Archiv für Juli, 2013

Nicht ohne Grund hat dieses Blog eine Adresse erhalten, in der die Wortwahl „Kindheit ist mehr wert“ steht. Heute machen Entscheidungsträger verschiedener Gremien gestalterisch „Realität“: Sie untersuchen die Vorgänge in der Haasenburg. Aber warum kann man diese Vorgänge erst nach langer Untersuchung bewerten?

Oder anders herum gefragt: Warum ist es nötig, „bis Ende des Jahres“ zu untersuchen? Ach ja, da kommt noch ein Wahlkampf zwischendurch. Da sollte man das Thema vielleicht heraushalten. Soll der Betreiber doch weiter Umsätze auf Basis von 300 EUR pro Platz und pro Kindeswohl machen. Quelle: http://www.taz.de/!119509/

Laut Medienberichten sind aktuell 116 Kinder von der Einrichtung betroffen. Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/825982.den-heimen-nichts-nachgewiesen.html

Damit kann man eine Rechnung aufmachen:

116 Kinder mal 300 EUR Tagessatz pro Platz im Kinderparadies macht 34.800 EUR (!) täglich.

Stand heute hat das Jahr noch 166 Tage.

166 Tag mal 34.800 EUR täglich macht 5.776.800 EUR Umsatzerwartung für das Restjahr, wenn die Untersuchungskommission erst zum Ende des Jahres zu einem Ergebnis kommt. Nach heutigem Stand sieht es nicht so aus, als würde vorher gehandelt. Zwar hat sich die SPD-Bildungsministerin von Brandenburg (http://www.martina-muench.de/) dazu hinreißen lassen, keine anderen Kinder ins Kinderparadies zu schicken. Aber die bestehenden Insassen sollen bitte bis zur Klärung der Vorfälle dort bleiben. Demnach wird auch der Tagessatz für diese Kinder weiterhin an eine Einrichtung bezahlt, die nicht erst jetzt auf dem Radar der Ministerin aufgetaucht sein kann. (Quelle: http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/767934/ )

Nachem die taz mehrfach über den Klüngel und Interessenkonflikte im Bereich der Hamburger SPD berichtete (Quelle: http://www.taz.de/Hamburger-SPD-und-Haasenburg-GmbH/!119660/ ), werden wir nun genauer untersuchen, wem dieses Verzögerungstaktik eigentlich nutzt.

Nimmt man die Firma im Bundesanzeiger unter die Lupe, fallen sofort die geringen Gewinne nach HGB  in älteren Jahren auf. Gering, wenn man bedenkt, dass mit 116 Kindern mal 300 EUR Tagessatz mal 365 Tage im Jahr ein Jahresumsatz von 12.702.000 EUR, ja 12,7 Millionen EUR, möglich ist. Nachdem keine weiteren Kinder dazukommen, beklagt sich die Haasenburg GmbH über die prekäre Lage und droht mit Stellenabbau. Quelle: http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/770552/ Parallel jammert der Geschäftsführer der Haasenburg GmbH in einem auf der Website der Einrichtung publizierten offenen Brief an oben erwähnte SPD Bildungsministerin, sie möge doch selbst mal vorbeikommen und sich ein Bild machen. Quelle: Startseite von w w w . haasenburg.de

Wo fließt das Geld also als „Kosten“ ab? Ohne Einblick in die GuV der Haasenburg GmbH schwer zu sagen. Es gibt aber offensichtlich angeschlossene Firmen im Firmengeflecht um die Haasenburg (Quelle http://www.lr-online.de/nachrichten/Tagesthemen-Die-Haasenburg-ein-ungewoehnliches-Geschaeftsmodell;art1065,3770486 ) und auch Anwälte, die gleichzeitig in der Hamburger SPD etwas mitzureden haben, wollen ihr Geld sehen.

Wie kann man eigentlich die Interessen von drei Parteien unter einen Hut bringen, ja sogar in einer Person vereinigen? Wie k ann man gleichzeitig die Interessen der inhaftierten, pardon, zu pflegenden Kinder, die Interessen der Hamburger SPD und die Interessen der Haasenburg GmbH vertreten? Geht nicht? Geht schon:

Anwalt Bernzen macht’s möglich: http://www.taz.de/!107074/ und http://www.taz.de/Hamburger-SPD-und-Haasenburg-GmbH/!119660/

Schon 2007/2008 wurden schwerwiegende Organisationsmängel in der Firmenstruktur festgestellt. Quelle: http://www.lr-online.de/nachrichten/vermischtes/LR-Panorama-Cottbuser-Landgericht-wirft-Heim-Haasenburg-Fehler-vor;art1676,2002996,0

Was hat sich seitdem geändert?

Wieviele Kinder durften in das Luxushotel einziehen?

Und könnte es sein, dass es profitabel ist, die Laufzeit der Insassen und die Laufzeit der Haasenburg wie die Laufzeit von Atomkraftwerken zu verlängern? Es drängt sich der Gedanke auf, dass hier viele profitieren können. Nur nicht die Kinder.

Sollte die Untersuchungskommission nicht bald Ergebnisse vorweisen können, die zu weiteren Schritten zur Schließung privater Träger führen oder parallel auf Basis der Anzeigen eine Schließung der Einrichtung erfolgen, werde ich das Thema in den Bundestagswahlkampf tragen.

Ich habe die Mittel der Stiftung zu diesem Zweck erheblich erhöht.

Weiterhin sind uns alle Informationslieferanten zum Vorgehen und Klüngel zwischen Entscheidungsträgern und der Einrichtung willkommen. E-Mail: kindheitistmehrwert@gmail.com

Harald Bode

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